Reinhold Messner über Extremsport und Schuld

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Reinhold Messers Steckenpferd ist die Moral. Wenn man darauf achtet, findet man das Thema in den meisten seiner Interviews und Reden. Was Messner umtreibt ist die bürgerliche Moral. Jeder Extremsportler muss sich die Frage nach der Verantwortung gefallen lassen. Auch wenn ich sicher kein Messner-Fan bin, bringt Messner ein belastbares Argument. Er formuliert selbst die Fragestellung: „Ist das unseren Angehörigen gegenüber verantwortlich, was wir tun?“ Wer über den Extremsport in dieser Hinsicht urteilen möchte, muss die gleichen Fragen stellen, wie bei der Beurteilung eines Suizids. Warum? Plinius der Jüngere, in seinen Briefen, drückt es ziemlich klar aus: „Bei denen, die von der Krankheit dahingerafft werden, liegt immerhin ein starker Trost eben in der Unabwendbarkeit; bei denen, die ein freiwilliger Tod entführt, ist der Schmerz darüber unheilbar, weil man glaubt, sie hätten noch lange leben können.“ Moralphilosophisch kann es viele Moralen geben. Es gibt unfassbar viele Moralen, denn für jede fixe Idee kann man eine Moral konstruieren. Man denke sich drei absurde Regeln aus und man erhalte eine fertige Moral: „Jeden Morgen die Katze an die Wand nageln“, „Samstags die Schuhe blau lackieren“ und „Mindestens einmal im Leben zu einem Priester gehen und das Ehegelöbnis abgeben“. Zum Beispiel – natürlich gibt es auch sinnvolle Moralen. Eine Moral muss erstmal nicht allumfassend sein, nur sind die Interessanten es natürlich. Eine Moral ist ein Wertekanon. Er könnte auch aus einer Regel bestehen: Liebe Deinen Hund. Die zehn Gebote sind Wertekanon und Moral. Der bürgerliche Wertekanon, mit seiner Arbeitsmoral, seinen Einstellungen zu Suizid, Euthanasie, Familie etc. ist auch eine Moral. Und auch wenn wir in Medien und an Stammtischen eigentlich genau diese Werte diskutieren, heißt das nicht, dass diese Werte auch unanzweifelbar sind. Das ist auch jedem klar, denn sonst würden sie nicht diskutieren. Von vielen dieser Regeln in diesem Wertekanon sind nicht alle überzeugt und viele Regeln widersprechen sich gegenseitig. Der Punkt ist, dass der Extremsport mit seinen Risiken nicht mit diesem bürgerlichen Kanon vereinbar ist. Denn dieser geht von einer unumstößlichen Verantwortung für Freunde und Familie aus. Messner sagt, dieser Punkt sei eben doch umstößlich. In einer Sportreportage zum Extremsport sagt er: „Aber wenn jetzt die Frau, die Kinder, die Mutter (vor allem) die Ängste, die Zweifel, die Sorgen nicht äußern oder nicht haben, dann dürfen wir es – nach meinem dafürhalten – tun.“ Die Verantwortung, die man für Freunde und Familie hat, beruhe also auf einer Vereinbarung der Betroffenen mit dem Extremsportler. In unseren Gesellschaften heißt diese oft stillschweigend: Ich bin meinen Freunden wichtig und passe schon alleine deshalb auf mich auf, weil ich ihnen kein Leid zufügen möchte. Dies kann, so verstehe ich Messner, genauso anders vereinbart werden. Wenn nämlich jeder zu jedem sagt, Du bist mir sehr wichtig und fände es sehr schlimm, wenn dir etwas zustößt, doch wenn es das ist, was du tun musst, möchte ich deinem Lebensglück nicht im Wege stehen und nehme dafür in Kauf, mich möglicherweise von dir verabschieden zu müssen.

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Paragliding vom Everest und weiter mit dem Kajak

Für die meisten Menschen ist die Besteigung des Mount Everest das ultimative Abenteuer. Den Gipfel zu erklimmen wäre natürlich Ziel der Reise. Für die zwei Freunde Sanobabu Sunuwar und Lakpa Tshiri Sherpa war es nur der Anfang ihrer Reise.

Noch nie wurde versucht, mit dem Gleitschirm vom Gipfel des Mount Everest zu fliegen und dann weiter mit dem Kajak auf dem Ganges in den Indischen Ozean zu paddeln. Es war ein Ausflug, der Monate dauerte. Die beiden Männer wurden 2012 von der National Geographic für das Abenteurer des Jahres ausgezeichnet. Sunuwar lernte den perfekten Komplizen für diesen Plan kennen: Tshiri Lakpa Sherpa. Sherpa, ein Bergsteiger Veteran, sozusagen der Messner Asiens, beschloss seine Reise zu begleiten. Im Kajak hatte Sherpa jedoch nie gesessen und noch nicht einmal schwimmen konnte der Mann.

Das Duo arbeitete einen Rahmenplan aus und begann den Aufstieg auf den Everest. Nach fünf Tagen Aufstieg mit schwindenden Vorräten begannen Sunuwar und Sherpa den Aufstieg in die Todeszone des Mount Everest – über 26.000 Meter. Kurz vor dem Gipfel waren sie knapp an Sauerstoff. An diesem Punkt hatten sie dann auch keine andere Option als den ursprünglichen Plan. Der einzige Weg nach Hause war der Gleitschirm.

In nur 42 Minuten glitten die beiden Piloten 15 Meilen hinunter zu einer Landebahn in Namche, Nepal. Zu Fuß wäre das eine zweiwöchige Wanderung gewesen.

Durch ihre illegale Aktion wurden sie von der Armee gesucht. Und hatten noch den, ihrer Meinung nach, schwierigeren Teil vor sich.

»28 days kayaking… more difficult than climbing Everest«

Sie kenterten auf dem Ganges, mussten durch den sogenannte »Bereich der Toten« und wurden von Einheimischen ausgeraubt. Kajakfahren ist halt kein Zuckeschlecken.

(Quelle und Video)

Sonntagslinks: Video Flussrettung, Plopp und Weihnachtsverlosung

Eine Gruppe von Paddlern in England hat einen Tag Hölle hinter sich. Auf ihrer Tour verkeilte sich das Boot von einem von ihnen zwischen zwei Felsen. So fatal, dass der Kopf unter Wasser blieb. Barny Young, einer von ihnen, hatte seine Helmkamera an und filmte den – zum Glück – wenigstens vorbildlichen Rettungseinsatz. Das Video ist vor allem ein Argument, denn es zeigt jedem, der bisher nicht daran glaubte, dass alleine paddeln eine dumme Idee ist.

Das Projekt Plopp empfinde ich als sehr dankbar. Zur Erinnerung: Nachdem ich im Sommer meinen Bootshausschlüssel trotz Auftriebskörper im See versenkt hatte, entschloss ich mich, eine eigene Lösung zu entwickeln. Sie soll zum einen natürlich zuverlässig funktionieren, zum anderen sollte sie einfach toll aussehen. Stil haben. Zwei mal in meinem Leben ging mir ein Schlüssel über Bord, da soll der Anhänger in der Zwischenzeit keine alberne Korkkugel sein. Für zwei Designmuster habe ich mich bereits entschieden, einmal das blau karierte und nun das grün und blau gestreifte. Es ist schön, ein so simples Produkt abzurunden, zu perfektionieren.

Mit der zweiten Version des Plopps wünsche ich Euch eine schöne Weihnachtszeit. Als kleines Weihnachtsgeschenk werde ich die Prototypen auf unserer Facebook-Seite verlosen. Sobald die dritte Version auch fertig ist und sorgfältig getestet wurde.

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Übrigens: Ich werde ab jetzt Winterpause machen. Am 12. Januar geht es weiter mit den Sonntagslinks. Bis dahin ein frohes Fest und glückliches neues Jahr.

Sonntagslinks: U-Kajak, 3 Herbsttouren, Kunststoff und Komoot

Einen legendären Ruf erarbeitete sich Olivier Feuillette mit seinem dreimaligen Sieg der „The Waterfront Rush“ auf dem Zambezi in Afrika. Jetzt hat er sich aus einem Kajak ein Ein-Mann-U-Boot zusammengebastelt. Das eine oder andere Jahr hat er daran gewerkelt. Ob das ausreicht, um ein sicheres U-Boot zu entwickeln und zu konstruieren, wage ich mal zu bezweifeln. Wenn ich schon an meinen Plopps seit einem halben Jahr teste, um sicherzustellen, dass sie Eure Schlüssel zuverlässig an die Wasseroberfläche bringen. Und dabei gut aussehen. Offensichtlich steht das in keinem Verhältnis. Vielleicht ist Herr Feuillette aber auch besonders talentiert.

Alles Kunststoff, auch nächstes Jahr wieder

Das Team Kunststoff wurde 1996 vom Verband der Kunststofferzeuger Plastics Europe und dem Deutschen Kanu-Verband gegründet. Auch dieses Jahr geht es weiter, mit dem Ziel über den Kanusport die Kunststoffbranche zu pushen. Macht Sinn, wenn man bedenkt, wieviele Polydingens und Polyprops wir in unserer Ausrüstung verwenden. Ob das dem Umweltimage des Kanusports zuträglich ist, lasse ich mal im Raum stehen. Vielleicht könnte der DKV sein Arrangement ja um die Bedingung erweitern, Plastics Europe solle sich für die Verwendung von abbaubaren Biokunststoffen einsetzen.

Der Outdoor-Autor

Ein schönes Projekt finde ich ist kinderoutdoor.de. Uli heißt der Journalist und freie Outdoor-Autor, der das Thema Outdoor mal durch den Augen der Kleinsten betrachtet. Ich bin da ganz bei ihm: Eltern haben häufig die Einstellung verinnerlicht „Du bist noch jung, du kannst das ab“, doch gerade im Outdoorbereich gilt das nicht. Denn im Zweifel friert ein kleiner Körper genauso wie ein großer. Wer sich also selbst das Zwiebelprinzip gönnt, kann ruhig mal eine Thermohemd für die Kids springen lassen. In einem besonders schönen Artikel stellt Uli drei Flüsse vor, die im Herbst für die Familie zu empfehlen sind: Die Lahn, die recht unbekannte Chamb und die Werse.

Sonntagslink: Drei Kanutouren für den Herbst

Wer ein Boot in der Nähe sucht, findet in der Umgebung der Werse und der Lahn auch private Boote und SUPs auf Rencoe zu mieten.

Komoot, ein deutsches Internet-Startup, hat gerade eine dicke Finanzspritze erhalten. Und das Projekt ist tatsächlich auch sehr interessant. Dort kann man sich Touren zusammenstellen. Total interessant ist: Man gibt einfach einen Ort und die Tourdauer ein und bekommt Touren vorgeschlagen. Die kann man sich dann anpassen und auf sein Smartphone transferieren und Realität werden lassen. Leider bisher nur für’s Radel und den Wanderstock.

Sonntagslink: komoot – Plane deine Fahrradtour oder Wanderung

Sonntagslinks: Lippstadt Sprint, König von New York und Bootstest mit Wildschwein bei Lettmann

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Lippstadt Sprint

Seit Ewigkeiten, nämlich seit 29 Jahren, gibt es in Lippstadt den Sprint. Er findet zur Herbstwoche statt, einer Kirmes in der Innenstadt von Lippstadt. Dort liegt auch das Tivoli. Top-Athleten fahren jedes Jahr im insgesamt 3000 Euro und sehr ordentliche Sachpreise. Das Ganze ist im positiven Sinne sehr theatralisch gestaltet: In der Kirmesathmosphäre, bei Dunkelheit kommen die Starter aus dem Schwarz einer Brücke in ein vielleicht 50qm großes Becken. In Schwaden aus Kunstnebel absolvieren sie die ersten zwei oder drei Slalomtore, dann geht es über eine schmale Rutsche auf die nächste Ebene. Die Herausforderung dort: Das Paddel über ein ca. zwei Meter hohes Banner zu werfen, wieder aufzufangen und die letzten 2 bis 3 Slalomtore bis zum Ziel zu meistern. Nicht selten scheitern die Fahrer an dem Plakat. In 40 Sekunden soll der Lauf durch sein und das ist sehr spannend anzusehen.

Während der Sprint also in den Abendstunden ausgetragen wird, findet dieses Jahr zusätzlich ein Boatercross-Rennen nachmittags statt. Gelungen ist das Ereignis auch deshalb, weil es unseren Sport kurzweilig verpackt einer Öffentlichkeit zugänglich macht.

Sonntagslink: Sprint2013

Trailer zum Sprint

Trailer zum Boatercross

König von New York

Um den Big Apple herum wird ebenfalls um die Wette gepaddelt. „King of New York“ ist ein Wettkampfestival in der Umgebung von New York. Es besteht aus dem Black, dem Eagle, dem Raquette und dem Moose Race. Die ersten drei sind bereits abgehakt, das entscheidende Moose Race auf dem, Ihr ahntet es „Moose-River“, steht jetzt an. Die Karte zeigt die verschiedenen Flüsse. Dass New York Natursport in der absoluten Pampa zur Verfügung hat, vergessen die meisten. Vom 17. bis 19. Oktober findet das Rennen statt. Sollte es Material dazu geben, werde ich es recherchieren.

Sonntagslink: Whitewater King of New York

Wilde Wasser und wildes Schwein bei Lettmann

Lettmann veranstaltet wieder seinen Bootstest auf der Slalomstrecke im schönen Hagen-Hohenlimburg („Holibu“) an der Lenne. Getestet werden Wildwasserboote von Lettmann, Dagger, Liquidlogic, Pyranha und Wavesport. Natürlich will Lettmann an diesem Tag was verkaufen, aber Christian Zicke macht wenigstens ein Event draus. Dass alle möglichen Boote zur Verfügung stehen ist doch wirklich der einfachste, eigentlich der einzig sinnvolle, Weg, um sein nächstes Kanu auszuwählen. Nach dem Test können die Boot zu individuellen Sonderpreisen gekauft werden. Soll heißen, bei Handeln und Failschen schlägt das Kanubox-Herz höher.

Und nach dem Test gibt’s dann auch noch Entertainment. Christian sorgt mit seiner „Schweinerei“, also Wildschwein am Spieß für das Leibeswohl seiner Kunden. Es gibt eine Führung durch die Hallen des Bootsbauers und optional pennt der hartgesottene Paddler dann noch das letzte Mal in diesem Jahr im Zelt. Wer das will, trifft sich am Samstag, dem 16.11.2013, ab 13.00 Uhr an der Slalomstrecke Hagen-Hohenlimburg.

Ab ca. 18.00 Uhr geht’s dann bei Lettmann in Moers weiter. Die Übernachtung in Zelt, Auto oder Wohnwagen auf dem Lettmann-Gelände ist kostenlos möglich. Dafür solltet Ihr Euch aber vorher anmelden und info@lettmann.de oder 02841 999 289 0.

Sonntagslinks: Paddeldokus, heute Grönland-Vortrag, Abenteuer Freizeit, Wiederholung der Sickline, im Kajak durchs Aquarium

Schöne Paddeldokus in den Mediatheken der Öffentlich-Rechtlichen diese Woche. Ich entnehme daraus, dass im Grunde allen klar ist: Die eigentliche Paddelsaison beginnt im Herbst. Im Mittelpunkt von „Wilde Wasser, tiefe Wälder“ steht der Chankasee und der Amur im Nordosten Chinas. Wie der Individualtourismus insbesondere in seiner Ausprägung als Outdoorsport derzeit in China aufkommt, ist für mich der interessanteste Aspekt. Mann könnte sagen: Die Avantgarde Chinas geht in den Wald. Denkwürdig ist, dass sie sich bereits wie selbstverständlich über das Netz organisiert.

Sonntagslink: Wilde Wasser, tiefe Wälder – Durch die chinesische Mandschurei

Sauerland. Wer heute Abend noch nicht weiß, was er macht, der schaut sich den Multimedia-Vortrag von Jo Deleker im Jugend- und Kulturzentrum am Park in Hemer (Sauerlandkreis) an. Jo Deleker erzählt dort heute Abend ab 19 Uhr von seiner Reise zu den Eisbergen. Der Fotograf taucht des Öfteren mal auf dem Kanuradar auf und wer mag, schaut sich seine Werke im Netz an.

Eintrittskarten gibt es noch im Ticketshop des Sauerlandparks (Ostenschlahstraße) für 9,95 Euro sowie an der Abendkasse.

Sonntagslink: Grönland by Jo Deleker

Wir bleiben im Sauerland: Die Buchautorin Sandra-Maria Erdmann gibt regelmäßig eine Kostprobe ihres texterischen Könnens, indem Sie sich in ihrem Blog „Abenteur:Freizeit!“ mit dem Hobby und der Erholung beschäftigt. Es ehrt uns also, wenn wir aktuell einen Artikel über unser RENCOE.com-Projekt dort finden können und sie uns den schönen Satz, Zitat: „Eine Kanutour ist keine Kreuzfahrt“ schenkt.

Sonntagslink: Abenteuer: Freizeit!

Aaaia iaa iaai: Vorgestern und Gestern war die Sickline 2013. Siegreich war diesmal der Brite Joe Morley. Wenn ich den Anzeign in dem Videoplayer Glauben schenken kann, gibt es eine 14-Stüdige Wiederholung des Rennens online. Da kommt keine Langeweile auf.

Sonntagslink: Die Wiederholung des Live-Streams und alle Ergebnisse

Noch mehr Fotos gibt es auf den Seiten von GEO. Der Fotograf James Morgan setzte sich in der Tropenwelt des Indonesischen Archipels Raja Ampat ins Kajak und erlebte, wie es ist, über dem Mikrokosmos hinwegzuschweben. Er nannte seine Fotoreihe also trefflich „Im Kajak durchs Aquarium“.

Sontagslink: Im Kajak durchs Aquarium

Sonntagslinks: Kanusafari, erster Versuch, Finals in Prag,

Immer ein Wahnsinn, wie schnell das Wetter auf Herbst umschlägt. Freitag vor einer Woche saß wir nach dem Paddeln noch bei Pizza und Pasta mit spät am Abend draußen. Vorbei ist das.

Wer das nötige Kleingeld, die nötige Zeit und den nötigen Entdeckergeist hat, der verschiebt den Sommer noch etwas und macht sich auf zu Flusspferd, Krokodil und Elefant. touring-afrika.de zeigt, wie eine Kanusafari in Sambia funktioniert.

Sonntagslink: Kanusafari in Sambia

Der erste Versuch in meinem kleinen Projekt ist leider gescheitert: Vor Kurzem hab‘ ich ja glorreich den Bootshausschlüssel im See versenkt. Im Herbst oder im Winter wäre das echt nich‘ cool gewesen: Kein Mensch am Bootshaus und ich ohne Schlüssel. Statt für eine weitere stillose Styroporkugel, Korkkugel oder Quietscheente, habe ich mich zum Selbermachen entschieden. Der erste Test ging in die Hose, denn das Ding wäre fast ebenso auf dem Grund gelandet. In der nächsten Version werde ich also das Volumen nochmal soweit vergrößern, dass er noch gut aussieht.

Erster Versuch leider missglückt: Dieses Ding hält keinen Schlüssel an der Wasseroberfläche.

Erster Versuch leider missglückt: Dieser Protptyp eines schwimmfähigen Anhängers hält keinen Schlüssel an der Wasseroberfläche.

Heute ist der vierte und letzte Wettkampftag der Slalom WM. Die Halbfinal- und Finalläufe auf dem Moldau-Kanal der ICF Slalom-Weltmeisterschaften 2013 in Prag-Troja werden gleich, ab 12:30 live auf Europort übertragen. Da können wir nochmal Daumen drücken.

Sonntagslink: ICF Slalom WM in Prag auf Eurosport

Sonntagslinks: Musik, Paddeln um Sylt, Lake Constance Canoes, Schlüssel versenken und Kanu-WM

Nächste Woche gibt’s Regen, Zeit für Irische Paddelmusik. Geht hinaus in die Pubs, bestellt Euch ein leckres Guinness und Garlic Bread und fordert vom DJ „Paddle Me Own Canoe“!

Doch nur weil die Thermometer nicht mehr an der 30 kratzen, muss ja nicht gleich das Boot in der Garage verschwinden. Sich ein Beispiel nehmen an Eckehard Schirmer, der einmal rund um Sylt paddelt.

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Einen jungen Bootshersteller habe ich kennengelernt: Lake Constance Canoes. Die Manufaktur stellte ihren ersten Canadaier bereits 2009 vor. Dieses Jahr gab es ein Neues. Den Felicity in Naturfaser-Bauweise.

Sonntagslink: Lake Constance Canoe

Schlüsselversenken. Wer hat das Spiel noch nie gespielt? Ich erst vor Kurzem. Trotz Styroporbombel am Bootshausschlüssel liegt jener nun auf dem Grund des Bodensees. Jetzt bin ich auf der Suche nach einer Lösung, die gleichermaßen funktionell wie stylisch ist. Funktionell ist zum Beispiel der sogenannte FloUp. Bei Wasserkontakt pumpt der sich automatisch auf und schwimmt also. Doch floppt FloUp leider bei meinen Designvorstellungen. Was ist eigentlich, wenn FloUp mal einfach so nass wird? So in der Hosentasche?
Aber auch Korkkugel, Quietscheentchen und Boje überzeugen mich. Was habt Ihr für Euch entdeckt? Da was Hübsches selbst zu nähen, durfte doch nicht so schwer sein.

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Sonntagslink: FloUp

Eine Art Abschlussbericht zur Kanu WM in Duisburg gibt’s von der ARD. Eigentlich wollte ich letztes Wochenende direkt von der Sechs-Seen-Platte berichten – doch wie Ihr saht, saht Ihr nichts. Nächstes Mal…

Sonntagslink: ARD – Deutsche Kanuten Siegreich

Sonntagslinks: Marketingaktion, SternTV, Filmtour, Weltcupsieger, Trace und Nowitzki

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Die Firma Gatz-Kanus aus Köln hat eine tolle Marketingaktion initiiert: Sie haben einige der führenden Outdoorausrüster zusammengetrommelt und sind durch Deutschland gezogen um die Leute paddeln zu lassen. Klarhaben die was davon, aber so funktioniert das: Sie kriegen Aufmerksamkeit, im besten Fall Vertrauen. Und dafür machen sie Aktionen, in dessen Genuss wir ohne Weiteres nicht kommen würden.

Sonntagslink: Kanu on Tour

Bike2Boat. Über die Tour von Olaf Obsommer, Philip Baues und Lukas Wielatt berichtete ich vor Kurzem. Wie sie mit Fahrrädern in Norwegen die Berge hoch und via Wasserweg wieder runter sind. Philip und Olaf waren letzte Woche bei Stern TV und die Tour, die unter Anderem auch durch Kalifornien und Mexiko führte, wurde vorgestellt. Direkt der erste Spot war nicht sehr Glücklich. Kurz nach der Kante setzte Phlip auf und musste im Rücklauf aussteigen. Sein Kommentar: „Da hab‘ ich mir direkt mal die Rüstung verbeult.“ Das trifft, ist witzig, unterhaltsam und zugleich der Aufhänger für den Stern TV Moderator, die Risikokarte zu spielen. Die ist ja immer der Knackpunkt. Die Enthusiasten versuchen zu verharmlosen. Erfahrung macht schon viel aus, doch letztlich muss sich gerade der Extremsportler, ehrlich mit der Frage auseinandersetzen, was er mit seiner Erfahrung beeinflussen kann. Bei einem Gefälle von 35% und mehr, kann mir kein Paddler erzählen, er könne noch irgendetwas kontrollieren – auch nicht mit 30 Jahren Erfahrung. Unser Bewusstsein hinkt der Realität eine drittel Sekunde hinterher. Da ist also Autopilot angesagt. Wer da mit kalkuliertem Risiko kommt, soll mir mal eine Zahl nennen. Tatsache ist, dass erhebliche Risiken eingegangen werden. Die einzig richtige Argumentation zu dem Thema ist, dass es die eigene Entscheidung ist. Die Frage nach der Familie ist natürlich berechtigt. Doch letztlich muss selbst diese Entscheidung, wie der Extremsportler damit umgeht, muss in seiner Hand bleiben. Die Gesellschaft hat dabei kein Mitspracherecht.

Sonntagslink: Stern TV – die ganze Sendung

Obsommer veranstaltet auch in diesem Jahr wieder seine beliebte Filmtour, in denen die bei Stern TV angeschnittenen Themen mit Sicherheit ausführlich behandelt werden. Die Termine findet Ihr in einem Artikel des Kanumagazins. Am 15. Oktober geht’s los.

Sonntagslink: Trailer – Auf der unendlichen Suche nach dem Flussgott

Breaking News gab es Gestern, Samstag 24. August: Sebastian „Schubi“ Schubert und Sideris Tasiadis gewinnen Gesamtsieg beim Weltcupfinale. Der fehlerlose Lauf hatte 98,44 Sekunden. Tasiadis fuhr ebenfalls fehlerlos, in 105,49 Sekunden im C1 auf Platz 8, der ihm für die Gesamtwertung reichte. Das Siegerfoto ist herrlich. Am 11. September geht es mit der WM in Prag weiter.

Sonntagslink: Weltcup-Sieger

Ein sehr cooles Gerät wäre der Trace. Zumindest, wenn die Crowdfunding Kampagne auf der Funding-Plattform Kickstarter erfolgreich ist. Das Gerät soll, zumindest für Skateboarder, Tricks mit dem Smartphone erkennen können, protokollieren. Wahrscheinlich, damit man am Ende des Tages auf Facebook damit angeben kann. Das Ding kann man sich wie die Outdoor-Cams irgendwo auf’s Boot heften, denn das Teil ist Wasserdicht. Jetzt frage ich mich allerdings zwei Dinge: Das Smartphone muss ich dann im Boot haben? Und: Das Ding kann nicht einfach so wissen, wie die Moves gehen. Sicher müssen die erst einprogrammiert werden. Der schöne Skatepark, der in den Screenshots zu sehen ist, wer programmiert den ein? Da an Paddler erstmal niemand denkt, sollte man sich das Funden überlegen. Wir hatten das Crowdfunding ja schonmal mit dem Outdoor-Tablet – was ein wesentlich durchdachteres Projekt ist.

Sonntagslink: Trace

Mit „Go for gold“ wünscht Dirk Nowitzki unserem Kanu-Polo-Team für die EM in Polen viel Erfolg:

Sonntagslinks: Politik mit Kanusport, Umdenken nach Hochwasser, Gewässervideos, Outdoormessen

Dieses Interview mit der Frau Ministerin Ute Schäfer stört mich enorm. Ihre so offensichtliche Motivation, Events wie die Kanu-WM2013 zu benutzen, um die Stadt Duisburg von der Loveparade-Katastrophe rein zu waschen, finde ich pervers. Soetwas darf man nicht berechnen, damit muss die Stadt Duisburg leben, mit einer gewissen Demut. Das Unglück forderte vor drei Jahren 21 Tote, mehr als 500 Verletzte und noch heute ist die Schuld nicht abschließend geklärt. Gegen 16 Verantwortliche der Stadt Duisbrug und der Polizei (und des Veranstalters) wird noch immer ermittelt. Da darf man nicht ein schönes, vom DKV ganz sicher akribisch durchgeplantes Event wie die Kanu-WM nehmen und als Gegengewicht instrumentalisieren. Die Stadt Duisburg darf Taten sprechen lassen – keine Frage – aber sie darf nicht darüber reden.

An Teilnehmern und Besuchern mangelt es nicht. 1500 Teilnehmer aus 75 Nationen ist das seit jeher beste Teilnehmer:Nationen-Verhältnis einer Kanu-WM (Quelle: Bayrischer Kanuverband). Otto Schulte – der Chef der WM – rechnet mit 8000 Übernachtungen.

Übernächste Woche geht’s los: Am 27.8.

Sonntagslink: http://www.kanuduisburg.de/

Nach dem Hochwasser im Juni waren mehr als 100 Kanuvereinsheime betroffen. 29.000€ aus Spenden und durch den Verband sind bereits an 26 von ihnen geflossen. DKV Vize Friedhelm Wollner mahnt das Umsetzungsdefizit nach 2002 an. Alle Fakten in folgendem Bericht des MDR:

Sonntagslink: Kanuverband fordert Umdenken (inkl. Radiobeitrag)

„Steve Peacewalker“ – unter diesem Name findet man Paddelvideos. Steve ist mit seinem Boot, Zelt und HD-Kamera auf den diversen Flüssen unterwegs. Enns, Traun, Leitha, Mur, im Spreewald etc. Die Videos schneidet er hervorragend zusammen. So bekommt man einen guten Eindruck von den Gewässern in ihrer Gesamtheit.

Sein Boot, das Schlauchkajak „Grabner Explorer“, findet man übrigens auch bei RENCOE.com im privaten Kanuverleih.

Sonntagslink: Steve Peacewalkers YouTube Kanal

Outdoormessen: Die „OutDoor“ in Friedrichshafen ist bereits für 2014 wieder angekündigt und in Stockholm findet vom 16. bis 18. Oktober das European Outdoor Summit 2013 statt. Laut Veranstalter sind in diesem Moment noch 54 Plätze von 300 frei.

Sonntagslink: http://europeanoutdoorsummit.com/