WordPress für die Vereinshomepage

Für die Vereinswebsite verwendet man am besten eine Art Unterbau. Eine Art Fertighaus, das leicht angepasst und aktualisiert werden kann. Handarbeit kann einen Mehrwert in Sachen Innovation ausmachen, doch für die meisten Vereinszwecke wird so ein Fertighaus, eigentlich „Content Management System“ genannt, alles bieten, was man sich ausdenkt. Anpassungen sind bis ins Detail möglich, aber auch komplett ohne Programmierkenntnisse lassen sich sehr zufriedenstellende Ergebnisse erzielen. Viele dieser CMSse sind Open Source Programme. Das heißt unter anderem, dass sie kostenlos zur Verfügung stehen. Da wären MovableType, TextPattern und WordPress. Dazu kommen Systeme wie Drupal, Joomla und Typo3. Für die meisten Zwecke werden letztere jedoch überdimensioniert sein. Ich bevorzuge WordPress. Es ist leicht zu installieren, zuverlässig, gut anpassbar und extrem erweiterbar.

Die Software erhältst Du jeweils direkt auf der Entwicklerhomepage wordpress.org. Auf der Suche könntest Du über die Seite wordpress.com stolpern. Das ist nicht, was wir haben wollen. WordPress.com bietet vorinstallierte Versionen, fertige Blogs. Es ist eine Art soziales Netzwerk, ähnlich wie Facebook. Das ist für den Einzelblogger vielleicht sehr interessant, bietet aber nicht die Möglichkeiten, die eine Eigeninstallation bietet. Gerade die sind allerdings für unsere weiteren Einsatzzwecke als Vereinswebsite essenziell. Was für wordpress.com gilt, gilt analog auch für blogger.com. Dieser Blog hier läuft auf wordpress.com und wie soll ich sagen: Es war ein Fehler. Umziehen auf ein selbstverwaltetes System, mit den gerade genannten Möglichkeiten, ist unschön. Viele von Euch nutzen halt einfach kanubox.wordpress.com um den Blog zu lesen. Eine Weiterleitung von der WordPressadresse auf die neue, lässt sich WordPress gut bezahlen.

Eine gute Installationsanleitung findest Du hier.

Es gibt unzählige, sogenannte Templates. Diese sind im Prinzip der Anstrich der Website. Ein guter Webmaster strickt Dir sicher aber ein individuelles Template. Grundlegend sind nun eine Kontaktseite, eine Über-uns-Seite und das Impressum. Das ist der Kern und der Kern ist Pflicht. Auf der Kontaktseite ist mindestens eine zentrale E-Mailadresse zu finden. Das muss nicht kreativ sein, spar‘ Dir das für Dein Design. Etwas wie info@dein-kc.de ist genau richtig. Eine Telefonnummer und ein Ansprechpartner mit Bild und Namen.

Eine Anmerkung zur E-Mailadresse: Bei E-Mailadressen Spielt die Groß- und Kleinschreibung nie eine Rolle. Du kannst also beruhigt alles klein schreiben.

Fange nicht an, und kryptisiere die Adresse in einer Form wie info(at)dein-kc(punkt)de. Das ist wenig Zielführend. Es verkompliziert weniger erfahrenen Nutzern die Kontaktaufnahmen und schützt nicht wirklich vor potentiellen Spammern. Moderne Heuristiken sind klug genug, um diesen kleinen Trick zu durchschauen. Lass‘ vor allem die Finger davon, die E-Mail-Adresse als Bild darzustellen. Das wird Dich zwar vor den meisten Spamattacken schützen, aber eben auch vor seriösen Anfragen und Informationen. Ausserdem wirst Du nicht in Spam versinken. Seit sechs Jahren steht meine Kanubox-Email-Adresse nun auf der Website bei mehr als 100.000 Klicks im Monat und ich kriege nicht mehr als ein bis zwei Spammails in der Woche! Wichtig ist, bei welchen Services und Diensten im Netz Du Dich mit Deiner Adresse anmeldest. Doch das ist ein anderes Thema.

Deine Phantasie ist nun gefragt. Wie die Kür nun auf die Pflicht folgt, bleibt Dir überlassen.

Werbeanzeigen

Nebenverdienst für Vereine

Vereine haben zum Glück keine Gewinne im Auge. Doch leere Kassen sind auch nicht im Sinne des Mitglieds. Man könnte sich überlegen, kleine Textwerbeblöcke auf der Vereinsseite zu installieren. Das System funktioniert so: Firmen aller Art erstellen Mikrowerbetexte und hinterlegen die bei Google. Habt Ihr als Verein einen AdSense-Werbeblock in die Vereinsseite integriert, sucht Google nach thematisch passenden Firmen, im Falle eines Vereins sagen wir Hersteller oder Händler, und zeigt deren Werbetexte an. Das ist bekannt und jeder kennt diese Texte. Klickt nun ein Besucher der Vereinsseite auf einen Text, so zahlt die Firma ein paar Cent an Google und davon wiederum zahlt Google ein paar Cent an Euch. Natürlich braucht man sich keine Hoffnung zu machen, morgen die Mitgliederbeiträge abschaffen zu können, es werden aber vielleicht hundert oder im besten Falle zweihundert Euro im Jahr zusammenkommen – Steuerfrei. Haben oder nicht haben, das ist hier die Frage. Und das ein oder andere Gratiswürstchen für die Mitglieder verdirbt sicher keinem die Stimmung. Es geht bei dieser Mikroeinnahmequelle für Verein schlicht um eine Aufwand-Ertrags-Rechnung: Der Aufwand ist 2 Stunden frickeln, der Ertrag langjährig, ohne Wartungsaufwand.

Vereinszeitung oder Blog?

Was ist ein Blog? Er ist im Prinzip nichts anderes als eine Internetseite, auf der irgendjemand Texte veröffentlicht. In der Anfangszeit des Webs, als es noch nicht diese kritische Masse erreicht hatte, waren das einfach Nachrichtenseiten. Sie waren häufig zu finden als Unterseiten, teilweise von Vereinswebseiten. Allgemein wurde ihnen aber keine große Bedeutung gegeben. Was interessiert schon die Welt, was ich zu sagen habe? Noch war das wirklich nur etwas für Fachleute, denn die Nachrichtentexte wurden direkt in die Internetseite einprogrammiert. Doch das Internet entwickelte sich weiter und es entstanden Systeme, die das Eingeben von Text auch Techniklaien ermöglichten. Unter Anderem entstanden kleinere, Schwesterentwicklungen dieser Systeme, die speziell für die private Veröffentlichung von Texten entwickelt wurden. Die ersten Blogger wurden belächelt – wie es eben immer so ist. Seit kurzer Zeit trauen sich auch einige Kanuten, zu Veröffentlichen. Nun, die Entscheidung hat jeder für sich zu treffen ob er sich der Welt mitteilen möchte oder nicht. Vereine jedoch schlagen damit gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe. Die eine Fliege ist eben die Vereinszeitung, die ja prinzipiell betrachtet nie etwas anderes war, als ein papierner Vereinsblog. Sponsoren können ihren Platz bekommen die tendenziell sogar ein größeres Publikum ansprechen, als sie es in der Vereinszeitung könnten. Das schöne daran ist auch die anonyme Auswertung. Artikel können mit sogenannten Tags versehen werden. Ein Art unterschiedlicher, frei wählbarer Stempel. Einen für Kajak, Sommerfest, Winter, Training, Hanteltraining, Eskimotiertraining, Glühweinfahrt, etc. Welche Themen die Mitglieder interessieren kann wichtige Informationen darüber geben, welche Aktivitäten ausgedehnt werden sollten. Interessant ist auch die Kommentarfunktion. Die kennt Ihr natürlich von anderen Internetseiten, auch von den Onlineangeboten der Zeitungen. Es kann andererseits durchaus sinnvoll sein, die Kommentarfunktion abzustellen, wenn wichtige Themen lieber am Stammtisch als digital diskutiert werden möchten. Natürlich ist die Frage der Öffentlichkeit zu ernstzunehmen. Der Autor des Artikels muss sich fragen, will ich diese Diskussion wirklich öffentlich führen. Der Vereinsblog kann bei Bedarf auch nur den Mitgliedern zugänglich gemacht werden. Außerdem kann eine Hierarchie von Autoren erstellt werden. So können aus ganz unterschiedlichen Bereichen interessante Artikel entstehen. Ihr glaubt nicht, was für Texttalente sich in Euren Reihen verstecken.

Der Blog kann also die Vereinszeitung ersetzen. Und das sogar kostenlos. Er kann aber noch viel mehr. Ihr erhaltet durch ihn einen multifunktionalen Unterbau für die Vereinswebsite. Um diesen zu bedienen, Kontaktinformationen zu aktualisieren, Termine zu veröffentlichen, Events zu organisieren und viele andere Dinge mehr.

Ich habe vor, in der nächsten Zeit, weitere Dinge zum Thema Verein und Internet zu besprechen. Also bleibt am Ball. Neue Artikel werden übrigens auch über die Facebookseite der Kanubox veröffentlicht. Dazu einfach liken. Oder per Mail abonnieren. Siehe rechte Seitenleiste.

Sonntagslinks: Frühling, Loopen, Vortrag, Prijon, Bloggen

Beeindruckt hat mich Daniel Egger. Munter eröffnete er am Freitag die Saison mit seiner Befahrung des Römerfalls. Ich halte das für ein Statement und Egger gehört für mich damit absolut zu den Kayakern, die man 2013 im Auge haben sollte.

Sonntagslinks: Fotos vom Taugl

Playboattechnikkurs online: Wie man purzelbäumt erklärt James Bebbington in Text und Bild auf Sportscene.tv. Ganz interessant!

Sonntagslink: How to loop in shallow holes.

Wer zufällig in Niedereschach unterwegs ist, der kann sich am 15. März den Vortrag „Kajak-Abenteuer in der Arktis“ reintun. Für alle anderen hält Jo Deleker (Reisejournalist) viel geiles Fotomaterial auf seiner Website bereit.

Sonntagslink: Best of Outdoor von Jo Deleker

Wie Prijon Boote aus Plastikschläuchen schrumpft, erklärt das Kinderoutdoor-Blog der jungen Leserschaft. Viele Bilder und Hintergrundwissen.

Sonntagslink: So entsteht bei Prijon ein Kajak

Vereine und andere Paddelcluster entdecken allmählich den Blog. Nicht als Hobbyjournal wie diesen hier, sondern als Kommunikationsmedium. Als eine Art Miniforum. Es ist einfach aufzusetzen, wahlweise privat und über die wichtigen internen Events lässt sich prima quatschen. Stellt sich die Frage: WordPress oder Blogspot?

Sonntagslink: Beispiel Kanu AG Ravensburg (Blogspot)

Der Biki-Blog ist mir letzte Woche aufgefallen. Eigentlich ein Motoradblog. Nicht selten aber gibt es Exkursionen auf heimische Gewässer.

Sonntagslink: Biki-Blog (WordPress)

Sonntagslinks: 6 Kanublogs

Es gibt fünf, vielleicht sechs Arten von Kanublogs. Nummer eins ist der Tourblog. Das ist praktisch ein mit einem Tagebuch verheiratetes online Fahrtenbuch. Kreativ geschrieben, sind solche Blogs sehr lesenswert. Dieser Typus kommt im Winter seltener vor – den Typus Themenblog hingegen kann man ganzjährig nehmen. Der Themenblog widmet sich einer speziellen Disziplin. Das bereits bekannte Paddelblog ist da zu nennen.

1. Ein Vertreter dieses Genres ist aber auch der Stechpaddel-Blog. Der Name ist ja bereits wunderbar. Das Blog hat sich Open Canoe zum Thema gemacht. Der neuste Artikel handelt von Bootsrettung und stellt die aktuelle Episode der Videoreihe „Rescue for River Runners“ vor. Auf Stechpaddel gibt es ausserdem eine Linkliste – in Fachkreisen „Blogroll“ genannt – mit den Favourites des Bloggers Matthias Wanka. Matthias, warum steh‘ ich da nicht drauf? ;)

Sonntagslink: Stechpaddel

2. Ein weiterer Themenblog ist Canoeguy’s Blog. Als einziger englischsprachiger Blog musste er in diese Liste. Fantastisch, wie Mike Elliot einfach alles zum Thema Holzbootrestauration publiziert.

Sonntagslink: Finishing the Interior of a Wood-Canvas Canoe

Der nächste Typus ist ein erwartetes Phänomen: Der Vereinsblog. Als ich vor Jahren (es müssten 15 sein!) die erste Vereinshomepage an den Start brachte, brachte ich dort einen Abklatsch der Vereinszeitung online. Ende der Tour: Die Texte wurden von der Vorsitzenden in die „Flüstertüte“ übernommen, die Internetseite vernachlässigt. Manche Leute beweisen eben immer wieder Weitblick. Die Zeit ist nun Reif, das Ganze kehrt sich wie erwartet um.

3. Der Kanuverein Nürnberg e.V. unterhält und informiert seine Mitglieder sowie den Rest der Welt online und spart sich die Druckkosten. Bereits 149 Artikel hat er veröffentlicht.

Sonntagslink: Feuchte Vereinswanderung bei Wendelstein

Ich frage mich nur, warum der KVN den Kommentarbereich geschlossen hält. Es wäre eine tolle Möglichkeit, vor allem für die Mitglieder, sich über die spannenden Ereignisse auszutauschen. Ausserdem ein Gelegenheit für Interessierte, eine Ahnung von der Vereinsatmosphäre zu bekommen.

4. Ähnlich ist auch der Blog von Siglinde vom Ideentopf aus Riffian bei – dem uns nicht gänzlich unbekannten Örtchen – Meran. Die Südtirolerin führt in erste Linie einen persönlichen Fotoblog um ihre Werke zu präsentieren. Dazu zählen tolle Aufnahmen von der Vereinsmeisterschaft des traditionsreichen Meraner Kanuvereins.

Sonntagslink: Vereinsmeisterschaft

Dann gibt es natürlich noch die Firmenblogs. Vor allem Hersteller und Händler haben den Blog als kostenfreies Werbeinstrument schätzen gelernt. Es gibt schlimmeres. Ich bin der Meinung, dass es ehrliche Werbung gibt und dass Firmen mit einem Blog ehrlich Werben können. Das gute Auftreten von EKÜ lobte ich bereits. Im Blog wird gerade die Boot & Fun 2012 in Berlin ankündigt. Aber es gibt noch andere.

5. Ehrliche Werbung betreibt die Kanuschule Versam. Es wird von den Erlebnissen während des Unterrichts berichtet – was unterhaltsam ist – und gleichzeitig bekommen die Menschen ein tiefen Einblick in die Arbeitsweise der Kanuschule. Die Menschen fassen vertrauen und werden sich, wenn sie Bedarf bekommen, an diese Kanuschule wenden. Das ist auch Werbung, aber gute Werbung.

Sonntagslink: Sprichwörtliche Winterzeit

6. Der große Onlineshop denk.com lässt seinen Blog von playboater Thomas Hinkel schreiben.

Sonntagslink: blog.denk.com

Dann gibt es noch die allgemeinen Kanublogs – wie den Kanubox Blog. Es geht um alles mögliche. Ob Stechpaddel oder Doppelpaddel. Mir fehlt ein reiner Fotoblog. Es gibt so viele talentierte Hobbyfotografen unter den Kanufreunden. Warum zeigt ihr uns eure Werke nicht?

Sonntagslinks: Bilders, Kinners!

Man kann ja über Social Networks sagen was man will. Sie machen Geld mit Informationen über uns, nutzen unseren Wunsch nach mehr Vernetzung aus, sind überbevölkert von Marketingprofis und manche Netzwerke sind einfach sinnlos. Es gibt gute Gründe sie nicht zu nutzen. Eins jedoch ist genauso klar: Denkt man sich diese Geburtsfehler mal weg, sind es großartige Werkzeuge zur privaten Kommunikation.

Wenn jeder zu vielen spricht „Broadcasting“ ist das Stichwort, an das viele sich erst langsam heranwagen. Doch die lieben Freunde des Kanusports sind noch nie so schnell auf einen neuen Zug aufgesprungen, wie auf Facebook. Sie teilen hauptsächlich Bilder und Videos mit anderen. Daraus ergibt sich ein schön anzusehendes Potpourri an Hellblau-Weißen-Grünen Bildchen. Es gibt soziale Netzwerke, die für den Kanusport eher ungeeignet sind. Twitter als Netzwerk rund um 140 Zeichen lange Textnachrichten ist so eins. Das neue „Pinterest“ ist entgegengesetzt hervorragend geeignet, für die Bedürfnisse unseres Sportes. Es grenzt sich lediglich durch eine für Bilder und Videos optimierte Darstellung von anderen Netzwerken ab. Mal schnell ein Foto vom Vereinsfest, ein Video vom Zieleinlauf des Nachwuches posten. Es ergeben sich wunderschöne sogenannte „Pinboards“.

Ein Pinboard auf Pinterest

Ich habe mal eins angelegt: Sonntagslink.

Vereine übrigens, sollte solche „passenden“ Netzwerke auf jeden Fall neben den klassischen Medien für ihre Öffentlichkeitsarbeit verstärkt einsetzen. Wie das geht, beschreibe ich die Tage mal näher.